Mittwoch, 23. Mai 2018

Leah on the Offbeat by Becky Albertalli [Rezension]

Cover von Leah on the Offbeat by Becky Albertalli

Taschenbuch ● 7,99 € (Amzn) ● penguin ● 340 Seiten ● 5 Sterne

LGBTQIA. Selbstakzeptanz. Freundschaft. 
Inhalt
When it comes to drumming, Leah Burke is usually on beat- but real life isn't always so rhythmic.
The only child of a single mum, and her life is less privileged than her friends.
Her mum knows she's bisexual, but Leah hasn't mustered the courage to tell her friends.

Not even her openly gay BFF, Simon.
Prom and college are on the horizon, and tensions are running high.
Can Leah still strike the right note, when the people she loves are fighting?
And how can she cope knowing that she might love one of her friends more than she ever intended?

Meine Meinung
Eigentlich hatte ich nicht vor eine Rezi über dieses Buch zu schreiben, ABER es war so grandios, dass ich am liebsten will, dass es JEDER liest.

Alsooo: Vorweg sollte man Simon vs the Homo Sapiens Agenda lesen, denn dieses knüpft an die Geschehnisse an und sonst würde man sich enorm spoilern.

Erstmal zum Schreibstil: Dieser ist sehr leicht und witzig. Aber das ist nunmal Becky Albertallis Stil, den man von Love, Simon bereits kennen sollte. Das Englisch ist mMn sehr leicht verständlich.

Die Bücher spielen im sogenannten SimonVerse und in dem gibt es eine unglaubliche Clique an Leuten, die alle so unterschiedlich und besonders sind und dennoch wirken sie so real, so als könnte man sich vorstellen, dass es sie wirklich gibt. Und zu dieser Freundesgruppe gehört Leah. Das Buch ist ausschließlich aus ihrer Perspektive und man erfährt so viel über ihre Gefühle.
Da es eine Lovestory ist, geht es viel darum wie sie sich in eine ganz bestimmte Person verliebt, in welche werde ich natürlich nicht spoilern. Aber das ist keine gewöhnlich langweilige Liebesgeschichte mit dem Setting einer Highschool (also es spielt schon an einer Highschool, aber es ist nicht nach dem Schema F aufgebaut), sondern es geht um viel mehr.

Es geht darum, wie man sich selbst findet und ja, das klingt super cheesy und hyperphilosophisch, aber jeder hatte mit 17/18 Jahren seine ganz persönlichen Probleme. Bei Leah geht es einerseits um ihr Übergewicht, Selbstzweifel, Zweifel an dem Urteilsvermögen der Gesellschaft, LGBT+ und so vieles mehr.
Leahs Gedanken sind so klug. Auch wenn sie sehr zynisch und launisch sein kann und manchmal mies zu ihrer Mutter ist, hat sie dennoch einen ganz besonderen Blick auf die Welt und betrachtet beinahe jede Situation sehr neutral.
Meistens ist sie so offen und spricht geradewegs aus, was sie denkt und welche Meinung sie hat. Für manche mag das nervend sein, aber für mich war es eine ersehnte Abwechslung. Ihr Humor ist schwärzer als schwarz und sehr sarkastisch, wovon ich persönlich ein riesiger Fan bin.

Die Freundschaft zwischen Leah, Simon, Nick und Abby (eigentlich sind es noch mehr, aber die erwähne ich jz erstmal nicht) ist unglaublich. Es ist nicht so, dass die Autorin versucht, deren Freundschaft perfekt wirken zu lassen, sondern genau dieser Imperktionismus lässt es so echt wirken. Die Charaktere sind alle sehr plastisch dargestellt, wodurch jeder als Individuum hervorsticht, aber zusammen sind sie eine interessante und witzige Clique.

Vor allem die Tatsache, dass Leah bisexuell ist, hat mich so am Herzen gepackt. Auch wenn sie es schwer hat mit einem Coming out, hat sie sich selbst bereits eingestanden, dass sie bi ist und akzeptiert sich so. Besser gesagt, sie liebt sich so, wie sie ist. Und das ist eine Message, die man jedem jungen Menschen mit auf dem Weg geben sollte: Liebe dich verdammt nochmal so, wie du bist! By the way: ich bin auch bi und ihre Gedanken dazu zu lesen, hat mich sehr an mich selbst erinnert. Daher konnte ich sie so gut verstehen.

Und ja, manchmal möchte man Leah mit einem Stuhl verprügeln, weil so dickköpfig und pessimistisch ist, dennoch beweist sie oft genug, dass sie ein großes Herz mit sehr viel Liebe in sich trägt und einfach ein Mensch von skeptischer Natur ist. Hier ein paar meiner Lieblingszitate:


"I've never understood the appeal of drinking. It's not that liquor tastes good. I mean, it's not about that. It's about feeling loose and light and unstoppable. Simon described it once to me. He said drinking lets you say and do things without filtering or overthinking. But I don't get how that's a good thing." (Seite 87)


" It's like it doesn't even matter if I like my body, because there is always someone there to remind me I shouldn't." (Seite 123)


" Gender is a social construction." (Seite 266)


Und das wirklich Schöne ist, Leah steht zu ihrer Meinung. Es ist nicht so, dass sie sagen würde "Nee ich mag keinen Alkohol....aber weißt du, wenn du mich so fragst, dann wöllte ich doch was trinken." Argg, sowas finde ich ganz schlimm. Nein, sie steht dazu und lässt sich nicht durch den Druck der Gruppe zu etwas zwingen, dass sie nicht möchte.

Fazit
Ich empfehle es jedem, nicht nur denen die Coming-of-age Romane gern lesen, sondern jedem. Vor allem das Thema LGBTQIA+ ist ein aktuelles Thema und ja, wir müssen so lange darüber sprechen bis es normal ist. Jeder sollte sich zumindest in Gedanken damit auseinandersetzen.

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