Sonntag, 3. Juni 2018

Children of Blood an Bone: Goldener Zorn by Tomi Adeyemi [Rezension] [Werbung]


Cover von Children of Blood and Bone by Tomi Adeyemi


Hardcover ● 18,99 € (Amzn) ● Fischer FJB ● 624 Seiten ● 3 Sterne

Magie. Freundschaft. Kämpfen.


Inhalt
Sie töteten meine Mutter.

Sie raubten uns die Magie.

Sie zwangen uns in den Staub.

Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr und ihrer treuen Löwenesse alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …


Meine Meinung

Vorab noch: Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte und bereits einen Monat vor Veröffentlichung das Buch lesen konnte, allerdings wird dies auf keine Weise meine Meinung beeinflussen.

Aber kommen wir zum Wesentlichen: Ja, ich habe mir viel erhofft. Gerade weil im englischsprachigen Raum viele meiner Lieblingsbooktuber so davon geschwärmt haben. Dementsprechend habe ich Großes von der Geschichte erwartet. Leider habe ich das nicht bekommen. Die Story an sich war sehr typisch für einen Jugendroman mit Fantasyaspekt. Und ja, das Worldbuilding war gut, aber es hatte mehr Potential. Eventuell wird dies in den nächsten beiden Bänden (es soll nämlich eine Trilogie werden) weiter ausgebaut. Für mich muss das Worldbuilding allerdings im ersten Band zu 60% bis 70% feststehen, damit sich die Folgebände mehr auf die Charaktere und die Storyline konzentrieren können. Außerdem gab es mehrere Logiklücken. !!!!Spoilerwarnung!!!! Es gab beispielsweise eine Szene in der ein großes Becken, welches für Kämpfe benutzt wurde, beschrieben wurde. In diesem Becken sollten 30 voll-ausgerüstete Schiffe mit Besatzungscrew passen, die sich auch noch bewegen, weil dieses alle Feinde sind und sich bis zum Tod bekämpfen. Und rundherum war auch noch eine Zuschauertribüne. Es ist mir sehr schwer gefallen, mir so eine Halle mit Becken vorzustellen. Und es kommt noch dazu, dass sich dieses Becken innerhalb weniger Minuten mit Wasser füllen sollte. Und das wurde nicht mit Magie erklärt, ganz im Gegenteil, es wurde gar nicht erklärt. !!!Spoilerende!!!!
Weiter im Text: Die Handlung war meistens sehr vorhersehbar. Man wusste bereits sehr früh, wie sich ein bestimmter Charakter entwickeln wird und wohin die Story hinausläuft. Für alle, die noch nicht viel Fantasy gelesen haben, stört das nicht. Aber ich kenne mittlerweile dieses Schema F und es langweilt mich.

Der Schreibstil war sehr simpel. Hauptsächlich bestehend aus Hauptsätzen, welche zudem sehr kurz waren. Auf der einen Seite kommt man so ziemlich schnell zum Punkt, auf der anderen Seite fehlte mir persönlich das Verspielte und Charakteristische von Tomi Adeyemi. Beispielsweise würde ich einen Textauszug von Mary E. Pearson (auf englisch) sofort erkennen, weil sie einen sehr verträumten und verspielten Schreibstil hat, welcher ein bisschen geheimnisvoll wirkt. Da das Adeyemis Erstlingswerk ist, würde ich ihr das aber noch verzeihen.

Die Charaktere tjaa ja.... Drei Worte: Naiv. Einfältig. Verplant. Sie waren mir schlichtweg zu zweidimensional und zu flach. Auch wenn sich einzelne Personen weiter entwickelt haben, was ich sehr begrüßt habe, waren sie dennoch nicht vielschichtig genug, um mich zu überzeugen. Ja, viele von ihnen hatten eine tragische Hintergrundgeschichte, aber das macht die Protagonisten und Antagonisten noch lange nicht tiefgründig oder interessant. Die Monologe waren dementsprechend sehr nichtssagend und "sinnlos". Besser gesagt, die Monologe hatten schon einen Sinn, aber das Gesagte selbst war in der eigentlichen Aussage wertlos. (Oh Gott, ich hoffe, man versteht mich jetzt richtig ;))
Des Weiteren hat die Geschichte nicht gelebt. Damit meine ich, man hat gemerkt, dass jeder Schritt einem Zweck diente und nur deshalb so gemacht wurde. Beispielsweise hat sich Person A auf ein mal ganz anders verhalten, als sie sonst hätte. Warum? Damit die Geschichte voran kommt und nicht auf der Stelle tritt, aber leider wirkte das unauthentisch und unrealistisch. Eine gute Storyline entwickelt sich von selbst, so wie wenn man liest und liest und liest und plötzlich machen alle zuvor erwähnten Kleinigkeiten einen Sinn und man kann dann das große Ganze sehen. Hier hat man ab Seite 40 gewusst, wohin es gehen wird.
Leider muss ich auch sagen, dass die Hauptprotagonistin meine Nerven fast zum Zerreißen gebracht hat. Sie war allein durch ihr Denken extrem anstrengend. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt war die von einer 11-Jährigen. "Ich kann nicht. Ich will nicht, also mach ich es nicht!" *wütendes Aufstampfen mit dem Fuß
Puhhh, und ich glaube sie war 16 oder 17.... Also ihr Alter habe ich ihr nicht abgenommen.

Hab ich noch was Positives zu sagen? Das Setting war angenehm und bildlich beschrieben. Das konnte ich mir super vorstellen. Wie die Dörfer und Tempel aussahen, wie es auf dem Markt oder im Wald gerochen hat, welche Geräusche man während der Kampfszenen gehört hat. Das hat mir gefallen und überraschenderweise funktionierte das, obwohl der Schreibstil sehr platt war, dennoch sehr gut. Übrigens habe ich die Vermutung, dass dieses Buch gut auf Englisch zu lesen und verstehen ist, gerade wegen diesem simplen Aufbau. Für Einsteiger wahrscheinlich angemessen, nur leider kann ich das nicht garantieren, gerade weil ich auf Deutsch gelesen habe.

Fazit
Auch wenn es für mich nur durchschnittliche Fantasy war mit langweiligen Charakteren und einer vorhersehbaren Storyline, so kann ich mir vorstellen, dass es allen gefallen wird, die noch nicht viel Fantasy oder Jugendbücher gelesen haben oder aber jungen Lesern von 12 bis 16 gefallen wird, gerade weil diese das typische Schema F nicht kennen.

Kommentare:

  1. Hallo Caja,

    Das Buch will ich auch unbedingt lesen, sobald es auf Deutsch erscheint. Eigentlich wollte ich es ja auf Englisch lesen, aber die Inhaltsangabe hat sich ziemlich anspruchsvoll angehört :D Ich bin schon sehr gespannt auf deine Meinung.$

    Da wir einen recht ähnlichen Lesegeschmack haben und ich auch öfter mal englische Bücher lese, wollte ich dir folgen, aber irgendwie habe ich nirgends einen Link dazu gefunden. Bin ich einfach blind oder gibts es keinen solchen Follower-Link?

    Liebe Grüsse
    paperlove

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    1. Hellou paperlove :)

      Hab es heute beenden können. Ich werde mir Mühe geben, die Rezi noch diese Woche zu schreiben. Ich kann aber schon mal sagen, dass ich es leider nur ganz okay fand. Meine Begisterung hält sich eher in Grenzen... :(

      Danke für den Hinweis wegen dem Follower Link. Ist weniger dein Fehler als meiner. Ich hatte bisher noch keinen Gedanken daran verschwendet, dass ich eventuell einen Follower Button einrichten sollte. Huppsi...:D Wenn ich alles richtig gemacht habe, müsste der sich jetzt auf der rechten Seite noch über dem "About me" befinden. Danke dafür ;)

      Ganz liebe Grüße zurück <3
      Caja

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    2. Hallo Caja,

      Oh, sehr schön. Danke fürs Einfügen :) Dann verpasse ich deine zukünftigen Beiträge nicht mehr.

      Schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte. Ich habe ja aufgrund der vielen positiven Stimmen auf Goodreads auch ziemlich hohe Erwartungen an "Goldener Zorn", mal sehen, ob es mich dennoch überzeugen kann. Deine Kritikpunkte sind allerdings sehr nachvollziehbar und ich könnte mir vorstellen, dass ich mich auch an den fehlenden bzw. zu späten World Building stören würde. Und naive Protagonisten nerven mich auch >.< (Den Spoiler-Teil habe ich nicht gelesen :D)

      Liebe Grüsse

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  2. Huhu :)

    In meinen Ohren klang das Buch eigentlich ziemlich toll, schade, dass es sich dann doch nur als mittelmäßig entpuppt hat. Ich werde wohl noch ein Weilchen warten und dann entscheiden, ob ich der Geschichte eine Chance geben werde ;) Das Foto ist auf jeden Fall richtig super und du hast direkt eine Leserin mehr <3

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

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    1. Hellou ;)

      Ja leider hatte ich auch mehr erhofft. Vielleicht war das auch mein Fehler. Meine Erwartungen waren dann eventuell etwas zu hoch, aber besser du entscheidest das für dich.
      Dankeschön ^^^Manchmal gelingen mir die Bilder ganz gut und manchmal eben nicht. Da freu ich mich sehr drüber <3

      Ganz liebe Grüße zurück
      Carolin

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  3. Huhu :D

    Eigentlich lese ich ja nicht allzu viel Fantasy, aber die Geschichte hier klang echt cool ... Schade, dass es dich nicht überzeugen konnte!

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hellou ;)

      Im englischsprachigen Raum ist die Geschichte auch sehr gut angekommen. Eventuell hängt es mit der Übersetzung zusammen, aber beschwören kann ich das auch nicht.
      Für sehr junge Leser so zwischen 10 und 14 ist das Buch bielleicht als Einstieg in die Fantasy geeignet, aber ansonsten ist es zu langweilig. (In meinen Augen. Das sieht ja jeder anders)

      Liebe Grüße zurück <3
      Carolin

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