Samstag, 12. Mai 2018

Warum die Zeit verfliegt by Alan Burdick [Rezension]

Hardcover ● 22 € ● Karl Blessing Verlag ● 463 Seiten ● 4 Sterne

Inhalt
Die Zeit kann dahinkriechen oder rasend schnell verfliegen. Wir wünschen uns alle Zeit der Welt und wissen doch, dass sie irgendwann abläuft. Über Zeit zu sprechen heißt, in Bildern zu sprechen. Denn was genau ist Zeit? Erlebt ein Kind sie so wie ein Erwachsener? Warum fließt sie zäh wie Honig dahin, wenn wir uns langweilen, und zerrinnt im Alter wie Sand zwischen den Fingern? Warum und wie verfliegt die Zeit?
In seiner ebenso leichtfüßigen wie tiefgreifenden Erkundung sucht Alan Burdick nach dem Uhrwerk, das in uns allen tickt. Ein Jahrzehnt lang hat er die wissenschaftliche Forschung über unsere Wahrnehmung von Zeit verfolgt und dabei die genaueste Uhr der Welt besucht (die nur auf dem Papier existiert), herausgefunden, das "jetzt" tatsächlich den Bruchteil einer Sekunde her ist, in der Arktis gelebt, um jegliches Zeitgefühl zu verlieren und, wenn auch nur für einen flüchtigen Moment, in einem Labor den Fluss der Zeit umgekehrt.
Ein größtenteils wissenschaftliches, mitreißend persönliches und faszinierendes Buch über unsere lebenslange Beziehung mit der Zeit.

Meine Meinung
Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich hierum um ein Sachbuch, das sich ausführlich mit dem Thema Zeit beschäftigt. Dabei geht es chronologisch die Themen >Stunden< >Tage< >Gegenwart< und >Warum die Zeit verfliegt< durch.

Zunächst fand ich den Schreibstil angenehm für ein Sachbuch. Die Sätze waren weder ellenlang und haben sich über mehrere Seiten gezogen noch waren es nicht nur Hauptsätze. Entweder hätte man sonst den Inhalt nicht erfassen können oder man käme sich wie ein beschränktes Kind vor, dem gerade versucht wird, Zeit zu erklären.

Zum Thema: Es war sehr interessant. Wahrscheinlich hat niemand so intensiv darüber nachgedacht und bereits im ersten Abschnitt bekommt man so grandiose Denkanstöße. Aber auch der wissenschaftliche Aspekt wurde nicht außer Acht gelassen. Beispielsweise wird auch auf die Entstehung der Armbanduhr eingegangen (Habt ihr euch schon mal gefragt, woher die Uhr weiß, wie spät es ist?).
Des Weiteren wird versucht zu erklären, wie die Weltzeit koordiniert wird und wie viel Arbeit dahinter steckt, eine einheitliche Uhrzeit zu schaffen.
Es wird auch darauf eingegangen, warum Zeit als solches immer in der Vergangenheit statt findet. Selbstverständlich werden noch weitere unzählige Themen angesprochen, die für mich mal mehr und mal weniger spannend waren.

Teilweise waren mir aber manche Zusammenhänge zu kompliziert und dann hat mein Hirn auf Flugmodus geschalten. Daher muss ich sagen, für zwischendurch ist das Buch defintiv nicht, denn man muss seine grauen Zellen anstrengen, immer mitzudenken und nicht den roten Faden zu verlieren.

Auch positiv fand ich, dass hin und wieder kleine Skizzen auftauchten, wodurch Sachverhalte verbildlicht wurden und vorher Erklärtes besser verständlich wird.

Fazit
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gern Sachbücher liest und sich mit der Thematik und dem Konstrukt "Zeit" auseinander setzen möchte.

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